Seite wählen

Gold ist für viele Anleger eine feste Größe im Depot. Neben dem physischen Kauf oder besicherten ETCs können Anleger auch die Aktien der Produzenten kaufen. Steigt der Goldpreis, steigen die Goldminenaktien oft noch stärker. Mit Fonds verteilen Anleger die Risiken von Einzelwerten auf mehrere Schultern. Der Einstiegszeitpunkt scheint günstig.

Die Inflation scheint gekommen, um zu bleiben. Während viele Ökonomen, Zentralbanken und Wirtschaftsforscher das noch vor einem halben Jahr anders sahen, spüren die Verbraucher es nun direkt in ihren Geldbeuteln – sei es an der Zapfsäule, bei der Gasrechnung oder beim Einkauf von Lebensmitteln. Die deutlichen Preissteigerungen haben die Teuerungsrate in Deutschland auf den höchsten Stand seit fast 50 Jahren getrieben. Im Mai lagen die Verbraucherpreise 7,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt errechnete. Damit schmilzt das Geld zusehends dahin.

Gleichzeitig erscheint am Horizont ein neues Angstwort: Stagflation! So nennen Experten die Mischung steigender Preise in Kombination mit einer stagnierenden oder sogar schrumpfenden Wirtschaftsentwicklung. Weil viele Anleger in den letzten Jahren nur die extrem expansive Geldpolitik der Notenbanken und sinkende Zinsen kannten, haben sie die Risken ausgeblendet. In den Bilanzen der wichtigsten Notenbanken der Welt standen noch nie so riesige Summen wie derzeit. So beläuft sich die Bilanzsumme der us-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) derzeit auf rund 9 Billionen US-Dollar. Das ist etwa das Zehnfache der Summe, die vor der Finanzkrise 2008 üblich war. Wie schon in der Finanzkrise hatte die Fed während der Corona-Pandemie massiv Anleihen gekauft. Die Geldmengenausweitung führt nun unweigerlich zu hohen Inflationsraten.

Edelmetalle und Rohstoffe als Portfolio-Ergänzung

Wer sich gegen den eskalierenden Geldschwund absichern möchte, sollte sich deshalb nach Alternativen für den Vermögensschutz umsehen. In ihrer aktuellen Edelmetallstudie „In Gold We Trust“ stellt die Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum fest: „Stagflation ist der blinde Fleck der meisten breit gestreuten Portfolios. Edelmetalle und Rohstoffe können in diesem Umfeld eine hervorragende Ergänzung sein.“ Normalerweise sind jedoch Zinserhöhungen schlecht für den Goldpreis, da Gold selbst keine Zinsen oder Erträge abwirft.

Der World Gold Council stellt hierzu fest: „Eine schwache Gold-Performance war meist im Vorfeld von Zinserhöhungszyklen und weniger nach dem Erhöhen der US-Leitzinsen zu beobachten. Verglichen mit US-Aktien entwickelte sich das gelbe Edelmetall sowohl zwölf als auch sechs Monate zuvor deutlich schwächer, während sechs Monate nach Beginn einer Zinserhöhungsrunde sowie zwölf Monate danach eine Outperformance gegenüber US-Aktien und dem US-Dollar zu beobachten war.“ Im aktuellen Fall könnte Gold nach Meinung der Experten eine gute Absicherung gegen Stagflation darstellen. Letztlich ist es wohl eine Wette darauf, dass der schmale Grat, auf dem die Notenbanken wandern, scheitert: Die Inflation bleibt trotz Zinserhöhungen hoch, das Wirtschaftswachstum knickt ein.

Gold als Inflationsschutz

Über Jahrtausende hinweg konnte Gold seine Kaufkraft erhalten. Ein Beispiel gefällig? Mit einer Feinunze Gold konnte man vor 2500 Jahren 350 Laibe Brot kaufen. Und heute? Ungefähr genauso viele, weshalb das Krisenmetall oft als die härteste Währung der Welt und als der beste Inflationsschutz gilt.

Dass Edelmetalle ein Depot sinnvoll ergänzen, zeigen auch die Erfahrungen nach 2001 und 2007, als Gold und Silber haussierten, während die Aktienmärkte den Investoren starke zwischenzeitliche Verluste bescherten. Die Gesamtbilanz seit dem Jahr 2000 spricht eindeutig für eine Beimischung im Depot: Gold entwickelte sich in den letzten 22 Jahren sogar besser als der breite Aktienmarkt. Während der MSCI World seit der Jahrtausendwende pro Jahr um 5,2 Prozent stieg, verteuerte sich das Edelmetall im Schnitt um 9 Prozent und schlug fast jede andere Anlageklasse.

Vielfältige Möglichkeiten für Gold-Investments

Die wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Corona-Pandemie treiben die Goldnachfrage seit dem Frühjahr 2020 an. Im August 2020 überschritt der Weltmarktpreis für eine Feinunze die Marke von 2.000 US-Dollar. Danach ging es erst wieder ein Stück abwärts. Im laufenden Jahr wurde der Rekord für Gold in Euro gerechnet im März mit einem Preis von 1.880 Euro pro Feinunze erreicht. Aktuell liegt der Preis bei 1738 Euro.

Unter den 10 besten Goldfonds befindet sich auch der Commodity Capital Global Mining Fonds: Die 10 besten Goldminenfonds der vergangenen drei Jahre – Seite 3 | DAS INVESTMENT