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Ende der Korrektur bei den Rohstoffpreisen

Nach der fulminanten Rallye der Rohstoffaktienkurse, war zum Ende des Jahres etwas die Luft raus aus den Rohstoffaktien. Und auch die Rohstoffpreise korrigierten. Diese Korrektur war in den letzten Jahren (außer im letzten Jahr) saisonal bedingt immer gleich. Aber auch die Erholungsphase war in den letzten Jahren typisch. Wir sehen daher aktuell ein Ende der Korrekturphase gekommen und erwarten auch über den Sommer hin steigende Rohstoffpreise und Aktienkurse.

Unsere Einschätzung beruht unter anderem auf den Erkenntnissen von der weltgrößten Rohstoffmesse PDAC. So war dort zwar ein positiver Grundtenor festzustellen, die überschwängliche Euphorie, welche beispielsweise noch 2011 vorherrschte, war allerdings kaum festzustellen. Auch die Besucherzahlen sprachen hier eine deutliche Sprache. So waren sie seit dem Rekordjahr 2011 mit über 40.000 Besuchern kontinuierlich rückläufig und erreichten mit 22.000 Teilnehmern ihren niedrigsten Stand im vergangenen Jahr 2016. In 2017 ging es nun zum ersten Mal wieder bergauf und es kamen über 24.000 Besucher um sich über die neuesten Entwicklungen im Rohstoffsektor weltweit zu informieren. Die Besucherzahlen spiegeln dabei das Gesamtbild des Sektors sehr gut wieder. Es war eine historisch einmalige Krisensituation aus der sich heraus der Rohstoffsektor nun langsam erholt. Von Euphorie und sogar Normalität ist der Sektor allerdings noch meilenweit entfernt. Es erinnert viel mehr daran, dass man sich im vergangenen Jahr die Wunden geleckt hat und sich den Scherbenhaufen nun zum ersten Mal etwas genauer betrachtet.

Der Scherbenhaufen und die Folgen

Und der Scherbenhaufen ist groß. Wie ich in persönlichen Gesprächen auf der PDAC mit den Majors erfuhr, ist die Pipeline an neuen Projekten aufgrund der ausgeprägten Krise sehr gering bzw. fast nicht existent. Und was noch deutlich besorgniserregender ist, ist die Tatsache, dass es den Majors sogar schwerfällt geeignete Kandidaten zu finden, in welche sie investieren können. Daher sehen wir den Trend – auch aus persönlichen Gesprächen heraus – dass die Major in den kommenden Monaten verstärkt in Junior und Explorer investieren werden um dort jeweils einen ersten Fuß in die Türe zu bekommen. Favorisiert werden wie so häufig Projekte in politisch und wirtschaftlich stabilen Regionen. Insbesondere Kanada, Amerika und Australien sind hier natürlich an erster Stelle zu nennen. Die weiteren Länder, welche in diesem Jahr eine Trendwende vollzogen haben und verstärktes Interesse auf sich ziehen sind insbesondere Argentinien nach dem Regierungswechsel, Amerika unter dem neuen Präsidenten Trump und der Hoffnung auf etwas einfachere Genehmigungsverfahren und Umweltauflagen, sowie Kolumbien und Ecuador.
Und dass die Majors derzeit auf den ersten Blick viel Geld aus den bestehenden Projekten verdienen ist augenscheinlich. Erst diese Woche gab das australische Rohstoffunternehmen South32 bekannt, zusätzlich zu den geplanten Dividendenzahlungen von 192 Mio. USD zusätzlich eigene Aktien im Wert von 500 Mio. USD über die kommenden 12 Monate zurückkaufen zu wollen. Und selbst nach diesem „Investment“ wird die Kasse bis zum Ende des Geschäftsjahres 2018 auf knapp 1,5 Mrd. USD anwachsen. Eine prall gefüllte Kriegskasse, welche weiterhin zum Shoppen geradezu einlädt.

Turnaround bei den Explorationsausgaben – besser spät als nie!

Ein weiteres wichtiges Zeichen ist für uns, dass es trotz der stark gestiegenen Aktienkurse in den vergangenen Monaten lediglich zu einem moderaten Anstieg der Explorationsausgaben und dies auch nur für vereinzelte Metalle kam und die Explorationskosten damit weiterhin sehr niedrig sind. Ein ideales Umfeld für Junior und Explorer das seltene Gut „Erzkörper“ zu finden – zu günstigen Kosten. Die Explorationsausgaben für das Gesamtjahr 2016 fielen mit 13,3 Mrd. sogar noch auf dem niedrigsten Stand seit 11 Jahren! Um die auslaufenden Minen halbwegs ersetzen zu können müssten die Explorationsausgaben allerdings mindestens auf 25 bis 30 Mrd. USD ansteigen, wenn nicht sogar noch mehr. So wurden durchschnittlich 2 bis 3 Megaprojekte seit 1950 pro Jahr gefunden, in den vergangenen 10 Jahren hingegen wurden lediglich 12 Gigaprojekte gefunden, welche sich nahezu allesamt entweder in Infrastruktur sehr herausfordernden Gebieten wie Alaska oder Chile befinden, oder aber in politisch extrem instabilen Regionen wie der demokratischen Republik Kongo oder der Mongolei.
Der Turnaround für die Minenwerte dürfte vollzogen sein und wir sehen nach der Konsolidierung im ersten Quartal einem spannenden zweiten Quartal entgegen. Dabei stehen neben den Edelmetallen insbesondere die Unternehmen aus den Sektoren Kobalt, Uran, Lithium und Zink im Fokus und wir erwarten bei den Unternehmen dieser Sektoren eine deutliche Überrendite.