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Vergangene Woche war das Portfolio Management Team der Commodity Capital auf der weltgrößten Lithiumkonferenz in Santiago de Chile. Nach unserem Vortrag über die Anforderungen an Lithiumunternehmen aus Investorensicht, konnten wir viele Standpunkte auch in einer lebhaften Podiumsdiskussion darstellen.
Für uns viel wichtiger waren jedoch die vielen Neuigkeiten der Lithiumunternehmen, die wir in den unzähligen spannenden Gesprächen erhielten.
Eine der interessantesten Ankündigungen war sicherlich, dass die LME bestätigte künftig einen Kontrakt auf Lithium anzubieten. Für Investoren die erste Möglichkeit direkt in Lithium zu investieren. Wir sind sehr gespannt auf die Auswirkungen und erwarten dadurch einen Preisanstieg von Lithium. Problematisch gestaltet sich allerdings immer noch die Umsetzung. Bisher gibt es keinen einheitlichen Preis und die Majors machten auch bereits während der Konferenz deutlich, dass man nicht gewillt ist die eigenen Preise zu veröffentlichen. Auch stellt sich die Frage, inwieweit das Lithium letztendlich wieder verkauft werden kann, besitzt Lithium doch je nach Projekt besondere Eigenschaften, Verunreinigungen und Spezifikationen.
Ebenfalls für Aufsehen sorgte die Beteiligung von VW an Northvolt in Höhe von 1 Mrd. USD. Die Prognosen für die zukünftige Lithiumproduktion wurden dadurch erneut deutlich nach oben korrigiert und es wird erwartet, dass die Nachfrage von aktuell 300.000 Tonnen LCE auf über 850.000 Tonnen ansteigen werden. Wir gehen immer noch davon aus, dass die Zahlen erneut zu niedrig sind und bleiben bei unserer Erwartung von 1 Mio. Tonnen Lithiumnachfrage bis 2025.
Übereinstimmung der Teilnehmer gab es bezüglich der massiven Verzögerungen bei nahezu allen neuen Lithiumprojekten und dass die aktuellen Prognosen sehr optimistisch sind. Chile selbst stellte sich zwar als unternehmensfreundlich und aufgeschlossen gegenüber neuen Investitionen dar, der Teufel stecke allerdings wie immer im Detail. Neben einem weiterhin extrem langwierigen Genehmigungsprozess sind es insbesondere die politische Unsicherheit sowie die hohen Steuern und Abgaben, welche Investitionen in Chile weiterhin unattraktiv machen. Ein weiterer Faktor welcher aktuell noch nicht in den Prognosen der Banken enthalten ist und die Produktion ebenfalls niedriger als erwartet ausfallen lassen dürfte.
Alles in allem war die Beteiligung in Santiago deutlich geringer ausgefallen als im Jahr davor auf der Messe in Montreal. Insbesondere Investoren nahmen die lange Reise nach Südamerika nicht auf sich. Wir führten viele interessante Gespräche hinter den Kulissen und sehen uns weiterhin mehr als darin bestätigt, dass der Markt für Lithium in den kommenden Jahren weiterhin mit 20% plus wachsen wird und, dass es nicht genügend Investitionen gibt um die nötigen Produktionsausweitungen rechtzeitig fertig zu stellen. Wir erwarten zwischen 2025 und 2030 ein Marktdefizit und würden uns lediglich mehr gute Investitionsmöglichkeiten wünschen.