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Nach einem fulminanten Start in 2017 konnten die Minenaktien den Aufwärtstrend in den vergangenen Monaten nicht fortsetzen und korrigierten leicht. Wie gestaltet sich nun der Ausblick auf den Sommer? und damit verbunden die Frage: Wird es ein ähnlich positiver Sommer wie 2016? Oder aber folgt der Markt seinem historischen Muster und wir erleben nur einen leichten Aufwärtstrend für Mai und Juni, um danach bis zum September bei geringen Volumina zu korrigieren?

Grundsätzlich ist es immer schwierig Prognosen für Märkte zu erstellen. Viele Einflussfaktoren ändern sich täglich und die Psychologie bzw. der Herdentrieb der Anleger ist schwer vorauszusagen.  Auch der Goldminensektor ist zu einem erheblichen Teil von politischen und anderen Sonderereignissen beeinflusst, so dass es nahezu unmöglich ist einen stabilen Ausblick zu geben.

Ich möchte mich dennoch an eine Vorhersage wagen. Gleich soviel vorweg. Ich erwarte weder einen dramatischen Einbruch an den Rohstoffmärkten, noch einen sprunghaften Anstieg. Vielmehr erwarte ich einen etwas ruhigeren Sommer, welcher in erster Linie von kurzfristigen politischen Ereignissen oder Notenbankaussagen geprägt sein dürfte.

Was bedeutet dies nun für unsere Aktieninvestments und ist es womöglich am besten der alten Börsenweisheit „sell in may and go away“ zu folgen? Ich glaube nein!

Denn auch in einem volatilen seitwärtstendierenden Markt lässt sich Geld verdienen. Und in diesem Sommer könnte es sich wirklich lohnen nicht allzu lange in den Urlaub zu fahren. Ich beobachte derzeit, dass die großen Majors erhebliche Probleme haben ihre Reserven und Ressourcen und die damit einhergehende langfristige Produktion aufrecht zu erhalten und die produzierten Unzen wieder zu ersetzen. Nachdem in den vergangenen Jahren keinerlei Exploration mehr stattgefunden hat und es zu keinerlei Neuentdeckungen kam, kauften die Majors die letzten verbleibenden Juniorproduzenten auf. Und jetzt stehen sie alle vor dem Dilemma, dass es bei einigen Rohstoffen nur noch wenige attraktive Juniorproduzenten gibt und sie sich bereits um weit weniger fortgeschrittene Projekte kümmern und zu einem früheren Zeitpunkt Übernahmen oder Joint Ventures bilden müssen. Und sie haben kaum Erfahrung im Umgang mit Juniorexplorationsfirmen!

Gut zu erkennen war dies an den beiden letzten Investments der Majors. So kaufte Agnico Eagle 15% an Goldquest und weitere 19,93% an White Gold einem neu gegründeten Unternehmen mit Shawn Ryan. Auch Barrick Gold beteiligte sich an einem Junior Explorer. Der Major investiert 8,3 Mio CAD in Atac Resources und investiert 55 Mio. CAD in die Exploration um 70% Anteil an einem der Projekte von Atac zu erhalten. Zugegebenermaßen sind alles aussichtsreiche Unternehmen, allerdings überrascht die Beteiligung doch erheblich. In der Vergangenheit überließen die Majors die harte und risikoreiche Exploration vollständig den Explorationsfirmen und übernahmen diese als eine Produktion absehbar war oder aber die Projekte bereits in Produktion gegangen waren. Die Zeiten haben sich geändert und die Major müssen darauf reagieren, da ihnen die Zeit davonläuft ihre Ressourcen und Reserven wieder aufzufüllen.

Wurden in den 90er Jahren noch für jede produzierte Unze Gold 1,4 Mio neue Unzen Gold gefunden, so wurden in den vergangenen 5 Jahren lediglich 0,3 Mio Unzen neues Gold gefunden. Sage und schreibe 80% weniger Unzen Gold je produzierter Unze wurden also gefunden und eine gefundene Unze bedeutet noch lange nicht, dass diese jemals das Licht der Sonne erblicken wird! Zudem sind die Kosten für die Entdeckung einer neuen Unze Gold exorbitant angestiegen. Von 11 USD je Unze in den 90ern auf aktuell 147 USD je Unze!

Ich sehe derzeit viele fast schon verzweifelte Versuche der Majors sich an Explorationsfirmen zu beteiligen um den Verfall der eigenen Produktion zu verlangsamen. Ich denke, dass dies auch über die Sommermonate weiterhin anhalten wir und die Majors in diesem Jahr keine Sommerpause einlegen werden. Es wird in diesem Sommer sehr selektiv werden und es werden insbesondere die Unternehmen mit einem Projekt, welches das Potential besitzt 200.000 Unzen pro Jahr in einem politisch stabilen Land zu produzieren profitieren.  Ich gehe stark davon aus, dass das Rennen um die besten Juniorexplorationsunternehmen eben erst begonnen hat. Es kommt also in diesem Sommer und wahrscheinlich auch im Herbst auf die richtige Auswahl der Unternehmen an. Ein Zustand, der nicht besser sein könnte um die Spreu vom Weizen im Rohstoffsektor zu trennen. Ich sehe weiterhin viele unterbewertete Firmen mit erheblichem Potential und sehe keine allgemeine Überbewertung des Marktes. Insofern wird dies meines Erachtens nach ein sehr spannender, selektiver und hoffentlich gewinnbringender Sommer!